Turnier der Meister® geht in seine 36. Auflage
Einmal mehr gibt sich beim Turnier der Meister® die Weltelite des Turnens die Klinke beziehungsweise das Magnesium in die Hand. Daran kann auch die betrübliche Nachricht von der Absage Fabian Hambüchens nichts ändern, der einen anderen Formaufbau in Richtung London gewählt hat. Ob bei Breit- und Längsachsendrehungen am Boden, zwischen den Holmen am Barren, mit Rhythmus und Ausdruck am Schwebebalken oder bei spektakulären Flugphasen am Sprungtisch - es sind Welt- und kontinentale Meister, nationale Champions, amtierende und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch kommende Olympiasieger am Start.
Bei den Männern werden viele Duelle im Fokus des Interesses stehen. Was in den Turnmetropolen dieser Welt so manches Mal ausfällt, wird nun in der Cottbuser Lausitz-Arena nachgeholt.So stehen sich am Barren zum Beispiel der mehrfache Welt- und Europameister und Dauerbrenner des Turniers Mitja Petkovek und der deutsche Europameister von Berlin 2011 Marcel Nguyen gegenüber. Am Boden trifft mit Welt- und Europanmeister Eleftherios Kosmidis der Titelverteidiger auf den sprunggewaltigen Enrique Tomas Gonzales Sepulveda aus Chile und auf Ex-Europameister Matthias Fahrig, der zeigen will, dass mit Ihm im Olympiajahr wieder zu rechnen ist. Diese Sprungwunder sollten auch am Sprung die ärgsten Kontrahenten für Ex-Europameister Tomy Tuuha aus Finnland sein.
Nicht nur die Hoffnungen der Mannen aus den Niederlanden ruhen in gewohnter Manier an den Ringen bei Yuri van Gelder. Im Vorbeigehen wird es für den mehrfachen Welt- und Europameister in Cottbus jedoch nicht für eine Medaille Sieg reichen. Van Gelder trifft in Cottbus auf seinen Dauerkonkurrenten, den Chinesischen Olympiasieger Chen Yibing und den sein internationales Comeback feiernde Oleksandre Vorobiov (Ukraine). Das erstgenannte Duo dürften sich mittlerweile aus dem Effeff kennen. Verging in den zurückliegenden Jahren doch kaum ein internationaler Höhepunkt, bei dem diese Kontrahenten nicht aufeinander trafen. Der Brasilianer Arthur Nabarrete Zanetti könnte der lachende Sieger sein, wenn es Ihm gelingt sein gesamtes Kraftpotential auf den Punkt zu bringen. Ob im Ringefinale am Samstag auch die heimische Konkurrenz mitmischen kann, bleibt abzuwarten. Marcel Nguyen und Thomas Taranu wären mögliche Kandidaten.
Auf den jungen Sebastian Krimmer aus Backnang liegen die deutschen Hoffnungen am Pauschenpferd. Die Konkurrenz am störrischen »Zittergerät«, welches kaum einen Fehler verzeiht, ist jedoch riesig. Spektakulär treffen mit dem Ungarn Krisztian Berki und dem Chinesen Qin Xiao der Weltmeister und der Olympiasieger aufeinander.
Beste deutsche Chancen sollte es am Königsgerät Reck geben. Der amtierende Europameister, The flying Dutchman Epke Zonderland ist zwar Favorit auf den Sieg, die Konkurrenz aber hat längst aufgestockt. Und so ist es fraglich, ob Zonderlands Goldübung aus Berlin heute noch für Platz 1 reichen würde. Hier kommt Lokalmatador Philipp Boy ins Spiel, ein vielseitiger Mehrkämpfer aber eben auch ein Spezialist am Reck. Doch damit ist die Reckkonkurrenz noch längst nicht vollständig. Ex-Weltmeister Vlasios Maras gibt sich in der Lausitz-Arena ebenso die Ehre wie der Aufsteiger der Vorsaison John Orozco aus den USA. Mit Fabian Leimlehner aus Österreich rechnet sich am Reck ein sympatischer junger Mann nicht zu unrecht Finalchancen aus. Der Innsbrucker holte sich 2011 in Cottbus seine ersten internationalen Meriten.
Gespannt sein darf man auch auf das Auftreten von Daniel Keatings, als Ex-Europameister im Mehrkampf einer der besten Sechskämpfer der Welt.
Bevor das Reckfinale am Sonntag das 36. Turnier der Meister beendet stehen natürlich auch noch vier Gerätefinals bei den Frauen auf dem Programm.
Bei den Damen ist die Konkurrenz ebenso hochwertig wie in den Männerwettbewerben. Den langjährigen Zuschauern werden gleich zwei Damen wie von selbst in die Erinnerung zurückkehren. zum einen Diane dos Santos, die bereits 2004 mit einer phantastischen sprunggewaltigen Übung die Bodenkonkurrenz in Cottbus düpierte. Zum Anderen dürfen die Fans beispielsweise einmal mehr Olympiasiegerin Cătălina Ponor aus Rumänien bestaunen. Brasilien bringt mit Bruna Leal und Daniele Matias Hypolito zwei erfahrene Turnerinnen an den Start, welche seit Jahren in der Weltspitze mitmischen.
China entsendet Turnier der Meister® ein schlagkräftiges Team namhafter Weltstars, angeführt der erfahrendsten chinesischen Turnerin der letzten Jahre, der mehrfachen Sprung- und Bodenweltmeisterin Cheng, Fei . Mit He Kexin, die bereits 2008 in Cottbus gewonnen hatte bringen die Chinesinnen auch die Stufenbarren-Olympiasiegerin an den Start. Die 18-jährige Wu Liufang, die bereits 5 Challenge Cup-Siege einfahren konnte vervollständigt das Aufgebot aus dem Land der Mitte.
Freuen können sich die Turnfans auch auf die Auftritte von Vasiliki Millousi (Griechenland), Adela Sajn (Slowenien) Valeriia Maksiuta (Israel) oder Celine Van Gerner (Niederlande) Marta Pihan-Kulesza (Polen), die bereits seit Jahren ganz vorn mitmischen.
Nach einem für das deutsche Turnen grandiosen Jahr gehen auch die Damen des Turnteams Deutschland optimistisch an den Start. Angeführt von der Grand Dame des internationalen Turnzirkus Oksana Chusovitina, die Ihren Sprungtitel des Vorjahres verteidigen will, gehen mit Elisabeth Seitz und Kim Bui medaillendekorierte junge Damen an den Start. Die grazile Pia Tolle vervollständigt das deutsche Aufgebot, welches zeigen will, dass auch im Olympiajahr mit Ihm zu rechnen ist.
Daumendrücken also, nicht nur für die deutschen Teilnehmer des Turniers, Es sei aber gestattet besonders den Publikumslieblingen des Vorjahres Vizeeuropameisterin Elisabeth Seitz und Vizeweltmeister Philipp Boy welche es zum diesjährigen Covergirl und Coverboy des Turniers schafften, besonders viel Glück zu wünschen. .